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 Mainpost 25.10.04

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"... das wenden die Leute heut' ein: Der Vermittler damals hat gesagt, brauchst' dich darum nicht zu kümmern, brauchst' auch kein Geld zu haben. Das regelt sich alles von selber. Und lass' 20 Jahre 'rumgehen, dann gehört dir die Hütte und du hast 'ne prima Altersversorgung. Und dann frag' ich mich immer: Wer ist denn so blauäugig? Denn - wenn das zuträfe - dann kann er sich die ganze Bundesrepublik kaufen." (O-Ton BADENIA-Chef Dietrich Schröder in der ZDF-Sendung Mona-Lisa am 30.10.2004
 

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Gefangen in der Schuldenfalle

Eine Schrott-Immobilie trieb die Krankenschwester Anja S. in den Selbstmord

Würzburg - Was die Verkäufer dubioser Schrott-Immobilien immer als Märchen bezeichneten, erweist sich als wahr: Ihre windigen Versprechen trieben eine junge Frau in Würzburg zuerst zum Kauf einer minderwertigen Wohnung, dann wegen ihres geringen Einkommens in die Schuldenfalle und schließlich sogar in den Tod.

Anjas Schreiben alarmierte am 17. September die Eltern in Thüringen. "Holt mich heim," stand merkwürdigerweise im Brief der jungen OP-Schwester. Der verzweifelte Ton und die mitgeschickten Wohnungsschlüssel ließen schnell an einen Abschiedsbrief denken.

Die Eltern eilten nach Würzburg, wo die blonde junge Frau als Krankenschwester arbeitete. Doch sie kamen zu spät, fanden sie tot in ihrem Bett: "Sie hatte sich eine Infusion gelegt und ihr Leben damit beendet." Anja wurde nur 28 Jahre alt.

Auf dem Tisch neben ihrem Bett fanden sich nicht nur Abschiedsbriefe an Eltern und Bekannte, sondern auch der Grund für ihre Verzweiflung: Bescheide der Bausparkasse Badenia zur Zwangsvollstreckung über 70 000 Euro.

Anja hatte sich 1998 zum Kauf einer von der Bausparkasse vorfinanzierten Wohnung in Chemnitz überreden lassen (angeblich zur Altersvorsorge), obwohl ihr Einkommen dafür - wie in vergleichbaren Fällen - eigentlich zu gering war. "Anja erkannte schon sehr bald, welcher Mogelpackung sie aufgesessen war," schreiben die Eltern. Sie musste viel mehr zahlen, als man ihr anfangs vorgegaukelt hatte, bald konnte ihr Gehalt nicht mehr mit den Kosten Schritt halten. Schließlich setzte die Badenia die Krankenschwester per Gerichtsvollzieher unter Druck - bis sie keinen Ausweg mehr sah

Anja ist ein besonders tragisches Opfer der Immobilienhaie, die in den 90er Jahren Tausende ins Elend stürzten: Sie trieben mit dem Lockmittel Steuerersparnis die Bezieher kleiner Einkommen zum Kauf einer Immobilie samt Fremdfinanzierung, obwohl ihr Gehalt nicht reichte.

Dazu kam, dass sich die Wohnungen häufig nicht zu den Fantasiepreisen vermieten ließen, die man den Erwerbern versprochen hatte. Somit klaffte die Kostenschere immer weiter auseinander und trieb manchen Käufer in die Verzweiflung.

Der "Stern" berichtete über zwei weitere Fälle: Aldi-Filialleiter Bernd M.-W. erhängte sich 2003, als der Offenbarungseid drohte. Harald H., ein 44-jähriger Müllwerker aus Lünen, verschwand am 13. März 2002 spurlos. 13 Tage später fand ein Spaziergänger seine Leiche im Datteln-Hamm-Kanal. Im Abschiedsbrief an die Familie steht, dass er nicht mehr leben wolle. "Die Schulden waren ihm über den Kopf gewachsen, er wusste nicht mehr ein noch aus", sagt sein Bruder.

Aus Anjas Bekanntenkreis heißt es, dass sie Tränen der Verzweiflung über den ihr abgezwungenen Offenbarungseid und die Gehaltspfändung vergoss. Ihre Eltern glauben, Anja könnte noch leben, wenn die Badenia den Weg über Anjas Anwälte eingehalten hätte, statt sie direkt massiv unter Druck zu setzen.

Die Anwälte wurden im Mai 2003 eingeschaltet. Ein Vergleich mit der Bausparkasse kam nicht zustande. Die Eltern sagen: Die Badenia hätte Vergleiche mit Kunden in Not abgeschlossen, deren Einkommen nur 100 Euro über der Pfändungsgrenze liege. Anjas Einkommen lag 200 Euro darüber, 200 Euro, die letztlich über Leben und Tod entschieden.

Die Pressesprecherin der Bausparkasse sagt, die Badenia habe nur Finanzierungen vermittelt, nicht die strittigen und überbewerteten Wohnungen. Das war die Firma Heinen & Biege. Allerdings saß in deren Beirat der ehemalige Badenia-Vorstand Elmar Agostini, gegen den inzwischen der Staatsanwalt ermittelt. Und natürlich hatte er - wie man bei der Badenia beschwichtigt - keinerlei Einblick ins operative Geschäft der inzwischen pleite gegangenen Drücker-Firma. Wozu saß er dann überhaupt im Beirat?

Ein Häuflein Verzweifelter demonstrierte vergangenen Freitag vor der Badenia-Zentrale in Karlsruhe. Sie pfiffen, schwenkten Plakate. "Sie sind schuld am Tod meiner Tochter," rief Anjas Vater über einen Lautsprecher zur Glasfassade hinauf. "Kommen Sie herunter und schauen Sie mir in die Augen." Die Pressesprecherin der Badenia sagte, dies sei keine Art der Kommunikation.

Von unserem Redaktionsmitglied Manfred Schweidler

 

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Grafiken, im Jahre 2002 entworfen von  Andreas Leithäuser an der Uni Weimar nach einem Vortrag über Schrottimmobilien

 

Wer sich als Politiker nur einen Zentimeter Banken und Versicherungen nähert, entfernt sich meilenweit vom Verbraucher!

Wie macht man mit einer deutschen Bank ein kleines Vermögen?   ==>   Antwort hier

Hausmüll wird auf der Mülldeponie entsorgt, Schrottimmobilien beim Verbraucher

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Stand: 12. April 2010